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Schlüsselkompetenz Selbstreflexion

Schlüsselkompetenz Selbstreflexion

Ich starte heute meine 10teilige Artikelserie zum Thema: Quo vadis Führungskraft?
Welche Schlüsselkompetenzen braucht eine Führungskraft heute, um mit allen beruflichen
Herausforderungen erfolgreich umgehen zu können?

Erscheinungstermin: wöchentlich, jeden Donnerstag

Teil 1: Schlüsselkompetenz Selbstreflexion

Schlüsselkompetenz SelbstreflexionAus dem Spitzensport wissen wir, wie wichtig mentale Stärke und die dazu passende innere Haltung für das Gesamtergebnis, also den Erfolg sind. Haben Sie das Viertelfinalspiel in der Europa League zwischen dem FC Liverpool und Borussia Dortmund gesehen? Dann haben Sie ein mustergültiges Beispiel dafür bekommen, welch tragende Rolle für den Erfolg die beiden Leistungstreiber Leidenschaft und Emotion spielen.

Anders gesagt: Da kann man hundert Jahre hart trainieren, doch wenn im Wettkampf ein inneres Zögern und Zaudern, ein Zweifeln am richtigen Tun die Oberhand gewinnen, dann hat man schon verloren. Nur das Bewusstsein, sich auf die eigenen vorhandenen Stärken zu fokussieren und dabei alle rabenschwarzen Selbstsabotierungsmuster vorübergehend auszublenden, setzt die Energie frei, die es braucht, um im Wettkampf erfolgreich zu sein.

Also „nur“ Talent zu haben, reicht bekanntlich bei weitem nicht aus, um im entscheidenden Moment erfolgreich bestehen zu können. Um wirkliche Topleistungen abrufen zu können, braucht es das besondere etwas Mehr: Die richtige innere „EDV“: Einstellungen, Denkweisen und Verhaltensweisen.

Und funktioniert dieser skizzierte Wirkzusammenhang auch im Business? Na klar, selbstverständlich. Denn auch hier gilt das Führungsmantra. „Willst du eine gute Führungskraft sein, dann schau erst mal in dich selbst hinein.“ Führungskräfte, die überwiegend mit sich selbst beschäftigt sind, weil sie vielleicht zu viele Dinge gleichzeitig anpacken, an einem unzureichenden Selbstmanagement leiden, oder schlicht weg überlastet sind vom anspruchsvollem Tagesgeschäft, können keine wahren Spitzenleistungen generieren. Konsequent zu Ende gedacht heißt das: Wer sich selbst nicht führen kann, kann überhaupt niemanden führen. Der Management-vordenker Peter F. Drucker hat diese provokante Formulierung gewählt, um auf dieses Führungsdilemma geschickt hinzuweisen. Für unseren Führungskontext heißt das: Wer andere gut führen will, muss zuerst in der Lage sein, sich selbst gut beobachten zu können. Diese Schlüsselkompetenz braucht es heute, um nicht nur die eigenen Ressourcen, sondern auch die Ihrer Teamplayer gut zu managen. So gelingt es Ihnen viel leichter, zum Beispiel aus Fehlern zu lernen und Ihre Handlungsenergie in die richtige Richtung zu lenken.

 

 

Vier Klärungsfragen bringen Sie mit sich selbst ins Reine

Im wirkungsvollen Kontakt mit sich selbst zu sein bedeutet konkret, das Prinzip der inneren Achtsamkeit zu leben. Gute Zugangshinweise dazu könnten folgende vier Klärungsfragen sein:

  • Wieso handle ich so wie ich handle?
  • Was treibt mich innerlich an?
  • Was inspiriert mich?
  • Was demotiviert mich?

Wenn Sie diese Fragen für sich vorab klären, werden Sie ein erstaunliches Phänomen bei sich selbst und im Umgang mit anderen beobachten können: Sie können immer öfter wirklich präsent sein. Als Führungskraft präsent zu sein, heißt zum Beispiel sich einer Aufgabe oder einem Mitarbeitergespräch mit ganzer Aufmerksamkeit zu widmen, nicht mit halber. Zugegeben, das klingt erst mal banal. Doch all zu oft erlebe ich Führungskräfte im Live Coaching, wie sie ein eher neurotisches Zuhören praktizieren. Sie sind mit ihren Gedanken nicht zu 100 Prozent bei der Sache, sondern längst auf der inneren „Flucht“, also beim nächsten Termin oder der geistigen Abarbeitung von noch Unerledigtem. Klar, dass so viel Potenzial brach liegt und wirkungslos verpufft.

Aus der Forschungsrichtung der Positiven Psychologie wissen wir längst: 80 Prozent unseres Erfolges generieren wir aus unserer mentalen Stärke, also der inneren Haltung. Lediglich 20 Prozent machen hingegen unser Fachwissen und die viel zu oft überbewerteten Arbeitstools aus.

Immer wieder: Grundhaltungen und Rollenverständnis hinterfragen

Schlüsselkompetenz Selbstreflexion

Die Grundhaltungen, die ich als Führungskraft einnehme, haben dabei eine große Wirkung auf den Verlauf und das Ergebnis meiner Arbeit. Beispiel Mitarbeiterjahresgespräche. Stellen Sie sich eine Führungskraft vor, die zu einem Mitarbeiterjahresgespräch mit folgenden Worten einlädt: „Mensch Huber, jetzt ist es wieder soweit. Wir müssen dieses Mitarbeiterjahresgespräch führen. Weiß auch nicht so recht, was die da oben so von mir wollen. Hab doch eh schon genug um die Ohren und jetzt auch das noch. Naja, schauen wir mal, dass wir das schnell hinter uns bringen, ist doch eh alles klar zwischen uns, oder?“

Glauben Sie, dass der Nutzen eines Mitarbeiterjahresgespräches hier zum Vorschein kommt? Wohl eher nicht, denn dazu bräuchte es einer ganz anderen inneren Haltung, die getragen wird vom Wissen, dass Mitarbeiterjahresgespräche, die verlässlichste Form der Mitarbeitermotivation darstellen. Richtig durchgeführt, sind Mitarbeiterjahresgespräche der Nährboden für nützliche Anregungen und Verbesserungsvorschläge seitens der Mitarbeiter. Welch kapitaler Führungsfehler, diese Ideen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität einfach brach liegen zu lassen.

Auch der oft praktizierte partnerschaftliche Führungsstil, getragen vom Geist „Ich bin dein Freund“, „Ich will dich verstehen“, „Ich sitze mit dir in einem Boot“ kann als zweischneidiges Schwert unerwünschte Folgewirkungen zeigen. Einerseits wird durch diesen Führungsstil Vertrauen und Sicherheit im Umgang miteinander genährt. Andererseits kann jedoch auf Mitarbeiterseite auch ein Gefühl von Unsicherheit entstehen, da es wenig Führung gibt. Letztendlich muss der Mitarbeiter so selbst seinen Weg und seine Antworten finden.

Interessanter Link:

Zwei Erkenntnisgewinne gilt es hier festzuhalten:

Erstens: Eine fortlaufende Reflexion des eigenen Führungsverhaltens und der damit zusammenhängenden inneren Haltung ist wichtiger, als ein Führungswerkzeug nach dem anderen zu erlernen. Aus der Hirnforschung wissen wir: eine negative innere Haltung im Gehirn eines Gesprächspartners aktiviert Abwehrsysteme, egal wie viel verbindliche Rhetorik sich jemand antrainiert hat.

Zweitens: Wir können nicht vermeiden, dass wir im Tagesgeschäft immer wieder unterschiedliche Grundhaltungen einnehmen, aber wir können uns immer wieder dieser Haltungen und ihrer Wirkung bewusst werden.

Wollen Sie nun noch einen Schritt weiter gehen und genauer wissen, wie Sie Ihrem Rollenverständnis auf die Spur kommen, so klären Sie doch für sich folgende Fragen:

  • Welche typische Grundhaltung gibt bei mir vorherrschend den Ton an?
  • Was ist der Hintergrund? Aus welcher Motivation oder Weltsicht entsteht wohl diese Grundhaltung?
  • Welche Wirkung – stärkend / hemmend – kann dabei entstehen?

Reflektion und eine typgerechte kontextgemäße Zustandssteuerung sind also die Grundvoraussetzungen, um Ihr vorhandenes Leistungspotenzial ergebnisorientiert aktivieren zu können.

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Zum Abschluss für heute noch ein Denkanstoss: Agieren Sie selbst als Vorbild, sind Ihre Mitarbeiter nachweislich weniger erschöpft, psychisch beansprucht oder haben weniger psychosomatische Beschwerden. Sie leisten damit einen aktiven Beitrag zur Gesunderhaltung Ihres Teams oder Abteilung.

Denken Sie daran: Ihre innere Haltung ist das Fundament für Ihre ergebnisorientierte Zustandssteuerung. Es liegt jetzt an Ihnen, den richtigen Kurs zu wählen. Kommen Sie gut an!

Viel Tatkraft und Freude am Tun wünscht Ihnen Ihr,

Achim Neubarth

P.S.: Mein nächster Blogbeitrag erscheint am 28. April 2016 und trägt den Titel Schlüsselkompetenz „Wert“voll“ führen

 

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